Geschichte und Herkunft der Rumba
Die
Rumba hat ihre Wurzeln in
Kuba, wo sie sich aus afrikanischen Rhythmen, spanischen Melodien und kreolischen Tanztraditionen entwickelte. Bereits im 19. Jahrhundert wurde in den Hafenvierteln Havannas zu Trommeln und Gesang getanzt – ursprünglich als Volkstanz mit deutlicher erotischer Komponente.
In den 1930er Jahren erreichten die ersten Rumba-Klänge Europa, vor allem über Paris und London. Doch was dort als „Rumba" Furore machte, war eine deutlich abgemilderte und stilisierte Version. In den 1960er Jahren wurde die Rumba schließlich von der englischen
Imperial Society of Teachers of Dancing (ISTD) als
Turniertanz standardisiert – mit klaren Schrittfolgen, definierter Haltung und festgelegten Bewertungskriterien.
Heute gehört die Rumba fest zu den fünf
Lateintänzen des internationalen Turniertanzes – neben
Cha-Cha-Cha,
Samba,
Jive und
Paso Doble. In Tanzschulen weltweit ist sie einer der beliebtesten Tänze für Paare, die romantische Tiefe statt sportlicher Action suchen.
Charakter und Musik der Rumba
Die Rumba wird im
4/4-Takt getanzt – mit einem Tempo von etwa
25–27 Takten pro Minute. Damit ist sie der langsamste Tanz im Latein-Repertoire. Ihre Musik ist gefühlvoll, melodisch und meist mit kubanischen Percussion-Elementen unterlegt: Congas, Bongos, Maracas und Claves geben den charakteristischen Rhythmus vor.
Was die Rumba besonders macht, ist nicht das Tempo, sondern die
Spannung. Jeder Schritt wird bewusst gesetzt, jede Bewegung ist Ausdruck. Die Tanzpartner kommen einander nah, lösen sich, halten Spannung auf Distanz. Die Hüftbewegung – die berühmte
Cuban Motion – entsteht nicht durch aktives Hüftschwingen, sondern durch das wechselseitige Strecken und Beugen der Knie.
Bekannte Rumba-Klassiker sind etwa „Bésame Mucho", „Quizás, Quizás, Quizás" oder „Sway" – aber auch viele Pop- und Soul-Balladen lassen sich wunderbar als Rumba tanzen.